Ich will nicht mehr darüber reden.
Jeder redet gerne über sein Hobby. Wenn es aber in der Natur des Hobbys liegt, Beiträge für die Öffentlichkeit zu produzieren (zB. YouTube, Podcasts oder Blogs), dann kann es sehr leicht passieren, dass man das Hobby dazu verwendet, um über eben jenes zu reden (zB. in YouTube-Videos, Podcast-Episoden oder Blog-Artikel).

Als von Geburt an sehr mitteilungsfreudige Person habe ich nun genau das in den letzten 10 Jahren zur Genüge getan. 2016, als ich mit dem regelmäßigen YouTuben gestartet habe, war es noch üblich und gängig, dass man ständig in Videoform aus dem Nähkästchen plaudert und Einblicke in sein Leben, seine Gedanken und sein Schaffen gab. Per se gibt’s daran erst mal nichts auszusetzen. Man kann es aber auch übertreiben. Und hier bin ich eindeutig schuldig im Sinne der Anklage.
Viel Bla-Bla ums Bla-Bla
Ich habe über die Jahre dermaßen häufig auf YouTube sowie auch in Blog-Artikel über „Das YouTuben“ schwadroniert, dass es beinahe zum Selbstzweck wurde. Wenn ich heute, mit einigem zeitlichen Abstand, durch meine alten Videos und Blog-Artikel scrolle, komme ich aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Anstatt eigenständigen Content zu erschaffen, habe ich viel zu oft lediglich übers Content-Erschaffen berichtet. Das ist so, als wenn Stephen King nach jedem 2. neuen Roman ein Buch darüber veröffentlicht, wie es ihm beim Schreiben der letzten Romane ging, was die Herausforderungen waren und was es zu mittags gab. Das kann ab und zu durchaus Sinn machen, aber es sollte nicht zum Hauptzweck werden.
Endlich ändern
Im Sommer 2026 habe ich die Entscheidung getroffen, mein kreatives Schaffen neu zu ordnen. Das YouTuben, wie ich es bisher betrieben habe, machte mir schon länger keinen Spaß mehr. Zu lange ließ ich mich vom „Content-Dämon“ treiben, zu lange drehten sich meine Gedanken rund um die Uhr „um das nächste Video“, und „worüber ich es machen könnte“. Zu lange scheute ich davor zurück, etwas radikal zu ändern, weil es sich anfühlen könnte, als hätte ich das YouTube-Game „verloren“.
Kein Bla-Bla mehr
Ab sofort spiele ich das „YouTube-Game“ nach meinen eigenen Regeln: Ich lasse keinen extrinsischen Druck mehr zu. Ich mache Videos nur noch dann, wenn ich es „spüre“. Derzeit „spüre“ ich es so gut wie gar nicht. Ich bin es leid, zum 1.000.000 Mal „über das YouTuben“ zu reden oder zu schreiben. Ich bin es leid, mich für meinen Content zu rechtfertigen. Ich bin es leid, mir selbst zu beweisen, dass ich das „YouTube Game doch noch gewinnen kann“. Ich möchte inzwischen nur noch eines: Rücksichtslos kreativ sein und mich schamlos selbst verwirklichen, wann und wie es mir passt.
Schritt und Schnitt
Ich wollte diesen Artikel eigentlich nicht schreiben. Ich wollte auch das dazugehörige Video nicht machen. Aber zum 10. Jahrestag meines „regelmäßigen“ YouTubens musste es einfach sein. Vor allem, um diesen Schritt ein letztes Mal klar zu kommunizieren. Und, um einen sichtbaren Schnitt zu machen.
Zusammenfassung
Gar nicht wenige von Euch scheinen trotz meiner vielen „Wie geht’s weiter“ Ankündigungen und Erklärungen teilweise immer noch verwirrt zu sein, wie es jetzt mit mir und meinem Content weitergeht. Deswegen gibt’s hier noch eine Übersicht. Jetzt ist aber alles klar, oder? 😉
Was wird’s weiterhin geben? (Was Spaß macht)
- Unregelmäßige Videos nach Lust und Laune
- Live- und Festivalvideos (vor allem Area 53)
- Storys, Reels und Beiträge auf Instagram
- Vorstellungs/Promo-Videos über meine Projekte
- Die Leiwande Zwetschkn Award Vorstellungen
- Blog-Artikel
- Foto Galerien
- Monatliche Podcasts
- Donnerstägliche Live-Streams
- Monatliche Newsletter
Was wird’s nicht mehr geben? (Was keinen Spaß mehr macht)
- Regelmäßige Videos
- Kanal-Updates und Blog-Artikel übers YouTuben und Medienmachen
- Neue Videos, nur weil „ich schon länger keines mehr gemacht habe“
- Magazine, Formate, Serien
- Videos mit „Dienstleistungscharakter“ (News, Trends, Gossip, Reviews, Tests, Tutorials etc.)
- Content um des Contents willen
Ab sofort rede ich nicht mehr übers Machen*. Ab sofort mache ich.
Endlich.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
Euer humaldo
*Mit kleinen Ausnahmen: Mein Podcast „Das Medienformat“ dreht sich explizit um Medien, Medienkultur und das Medienmachen. Dort gönne ich mir einmal im Monat, auch übers Machen zu reden. Außerdem berichte ich in meinem monatlichen Newsletter jedes Monatsende, was mich die letzten 4 Wochen alles so beschäftigt hat.
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